4. Runder Tisch des ZMS
Am 4. Dezember 2025 fand der vierte Runde Tisch „Menschen. Rechte. Sport.“ des Zentrums für Menschenrechte und Sport e.V. (ZMS) im digitalen Format statt. Diesmal stand das Thema Safe Sport im Kontext der Menschenrechte im Mittelpunkt, zu dem sich Vertreterinnen aus Sportorganisationen, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft austauschten und gemeinsam Perspektiven für eine verantwortungsvolle Sportpraxis in Deutschland entwickelten.
Wie bereits bei den vorherigen Runden Tischen war die Veranstaltung geprägt von einem konstruktiven und offenen Dialog.
Nach einer kurzen Begrüßung und einem Update aus der laufenden Arbeit des ZMS folgte ein Impulsvortrag unseres Präsidenten Jonas Burgheim, der die Verbindungslinien zwischen Safe-Sport-Ansätzen und menschenrechtlicher Sorgfalt beleuchtete. Deutlich wurde dabei, dass die Entwicklungen und Anstrengungen zum Thema Safe Sport mit Fokus auf die Behandlung interpersonaler Gewalt generell sehr begrüßenswert, aus menschenrechtlicher Perspektive allerdings nur begrenzt wirksam sind. Die starke Konzentration auf einzelne Schutzgüter kann zwar in diesen Bereichen Verbesserungen erzielen, birgt jedoch das Risiko, andere menschenrechtliche Anliegen – etwa Inklusion, Antidiskriminierung, Meinungsfreiheit, Teilhabe oder Arbeitsrechte – im sportpolitischen Diskurs zu vernachlässigen. Angesichts der weltweit zunehmenden Vernachlässigung menschenrechtlicher Schutz- und Achtungspflichten wird eine aktive Stärkung der Menschenrechte im und durch Sport immer dringlicher. Die Fortschritte im Bereich Safe Sport sind dabei nur ein erster, eng begrenzter Schritt. Der Sport bietet weit darüber hinausgehendes menschenrechtliches Potenzial, das stärker genutzt werden sollte.
Im offenen Austausch diskutierten die Teilnehmenden insbesondere:
- Das Verhältnis von Safe Sport und Menschenrechten: Safe Sport wurde vielfach als praktischer Ausdruck menschenrechtlicher Schutzpflichten interpretiert – insbesondere im Hinblick auf körperliche und psychische Unversehrtheit, Gleichbehandlung und Partizipation.
- Handlungsmöglichkeiten für die Umsetzung von Safe Sport in Deutschland: Genannt wurden u. a. der Ausbau verbindlicher Schutzkonzepte, verbesserte Qualifizierungsangebote (sowohl für Vereins- oder Verbandsverantwortliche und Trainerinnen als auch für Personen, die gemeldete Vorfälle untersuchen), klare Verantwortlichkeiten innerhalb von Verbänden und Vereinen sowie eine stärkere Unterstützung betroffener Personen.
- Bedarfe und Unterstützungsformen: Die Teilnehmenden betonten den Bedarf an praxisnahen Leitfäden, struktureller Beratung, unabhängigen Meldestellen und systematischer Vernetzung zwischen Organisationen – Bereiche, in denen das ZMS weiterhin Impulse setzen möchte.
Zum Abschluss gab das ZMS einen Ausblick auf kommende Aktivitäten, darunter die Weiterentwicklung seiner Unterstützungsangebote sowie eines Themenpapiers, die helfen sollen, Safe Sport als Ausdruck menschenrechtsbasierter Sportentwicklung in Deutschland zu verankern.
Der Runde Tisch bestätigte erneut, wie wertvoll die Möglichkeit des Austausch zwischen allen am Sport beteiligten Stakeholdern ist. Das ZMS bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für ihre Perspektiven, ihr Engagement und die Offenheit, gemeinsam an zukunftsfähigen Lösungen zu arbeiten.